Mit zunehmender Genauigkeit und auch Robustheit von Digitalwaagen geraten klassische, analoge Waagen immer mehr ins Hintertreffen. Auch die Tatsache, das günstige Digitalwaagen mittlerweile kaum teurer als Balkenwaagen oder Federwaagen sind trägt zur zunehmenden Verdrängung der pittoresken Alternativen bei. Dabei haben analoge Waagen auch Vorteile gegenüber den modernen Emporkömmlingen.



Hängen muss es: die Federwaage

Vorteile von analogen Waagen

Zum einem kommen analoge Waagen vollständig ohne Stromzufuhr (Steckdose, Batterien, Akkus) aus, was jedem der gerne mit schwachen Batterien unterwegs ist als unschlagbares Argument gelten darf. Darüber hinaus sind gerade Balkenwaagen deutlich weniger anfällig für Schäden durch Falschnutzung. So passiert es vor allem bei kleinen Digitalwaagen, daß eine ungewollte Überlastung die Funktionalität der Waage zerstört. In diesen Fällen greift dann auch leider keine Garantie, so daß das Gerät im Zweifel leider nur noch zu Entsorgen wäre. Bei Balkenwaagen müßte entweder der Wiegebalken oder die Gewichte selbst Schaden nehmen, um das Meßergebniss zu verfälschen.

Technikskeptiker schätzen darüber hinaus die gewohnte , wenn auch aufwendigere Bedienung.

Nachteile

Kurz und gut: die Genauigkeit hinkt vor allem bei Balkenwaagen deutlich hinterher. Dazu kommt noch die etwas umständlicher Bedienung.



Bekannt aus Omas Küche und Gerichtssaal: die Balkenwaage

versch. Arten von analogen Waagen

Nachdem die Menschheit ca. 3000 Jahre Zeit hatte, um sich verschiedene Prinzipien für Wiegeinstrumente zu überlegen (bzw. die physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu begreifen) sind die unterschiedlichen Erscheinungsformen von analogen Waagen Legion. Hier nur die wohl beiden wichtigsten Formen: die Federwaage – bekannt aus dem Physikuntericht – und die Balkenwaage, die vor allem durch alte Küchenwaagen und in den Händen Justitias Bekanntheit erlangte.

Federwaage

Die Federwaage ist den meisten Schülern noch aus der Schule bekannt und wurde im Physikunterricht gerne auch “Newtonmeter” genannt (was allerdings falsch ist, da dieser Begriff bereits für die Einheit des vektoriellen Drehmoments reserviert ist). Das Prinzip ist denkbar einfach: man mißt einfach die – durch das Anhängen von Maße entstehende – Dehnung einer Standardfeder und kann dadurch das Gewicht des Objektes ermitteln. Der Nachteil hierbei liegt aber in der Anfälligkeit der Feder. Schon kleine Überdehnungen (z.B durch Überlastung) können eine Federwaage auf Dauer unbrauchbar machen.

Balkenwaage

Wohl der Klassiker überhaupt. Balkenwaagen sind aus keine Nostalgieküche wegzudenken und finden auch heute noch eine große Verbreitung bei Liebhabern analoger Technik. Das Prinzip beruht auf einen Fixpunkt in der Mitte des Wiegebalkens. Wenn beide Waagschalen zum Gleichgewicht gebracht wurden, kann durch die hierfür aufgelegten Gewichte auf das Ergebnis geschlossen werden. P.S: auch wenns Stilecht aussieht – Weg mit der Augenbinde, sonst ist man hinterher wieder nicht schlauer.

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